Beschreibung:
Im Südosten der Vereinigten Staaten sind mehrere Kiefernarten heimisch,
deren Holz besonders schwer und harzreich ist. Die Hölzer dieser
Gruppe, in der die Sumpfkiefer (Pinus palustris) am häufigsten vorkam,
stammten noch aus natürlichen Beständen und wurden meist als
Schnittholz oder Balken exportiert. In Deutschland wurde es, soweit
überwiegend aus Kernholz bestehend, als Pitch Pine und die mehr
splinthaltige Seitenware als Red Pine bezeichnet (vgl. „Anmerkungen").
Aufgrund des starken Einschlages wurde der Vorrat an splintarmen und
feinjährigen Hölzern so verringert, daß ähnliche Qualitäten nur noch
aus Mittelamerika verfügbar sind. Bei diesen Kiefernarten handelt es
sich um die im Tiefland vorkommende Pinus caribaea sowie die im
Hochland wachsende Pinus oocarpa (vgl. „Anmerkungen").
Neben
diesen werden aus Wiederaufforstungen im Südosten der USA stammende
Kiefernhölzer importiert, die wegen des geringen Alters und schnellen
Wachstums oft weitringig, arm an Kernholz oder nur aus Splintholz sind.
Im deutschen Handel werden diese meist von Pinus taeda stammenden
Qualitäten als Yellow Pine oder Carolina Pine bezeichnet.
Die
zuletzt genannten Arten können auch schwere Hölzer liefern, und aus
diesem Grunde wird immer wieder ohne Rücksicht auf ihren Splintanteil
die Bezeichnung Pitch Pine fälschlich benutzt. Da jedoch die
erfolgreiche Verwendung häufig von dem Splint bzw. Kernholzanteil
abhängig ist, sollen die darauf hinweisenden Bezeichnungen verwendet
werden (vgl. „Handelsformen").
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Weitere wichtige Handelsnamen mit botanischen Bezeichnungen
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USA Loblolly Pine (Pinus taeda); Longleaf Pine (Pinus palustris);
Shortleaf Pine (Pinus echinata); Slash Pine (Pinus elliottii); Southern
Yellow Pines, Southern Hard Pines (Sammelnamen); Mittelamerika Honduras
Pitch Pine, Nicaragua P. P. (siehe „Einleitung").
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Natürliche Verbreitung
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Südöstliche Vereinigte Staaten, Bahamas und Mittelamerika (Guatemala, Honduras, Nicaragua).
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Kurzzeichen nach DIN 4076 Blatt 1
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PIP (Kernholz überwiegend), PIR (Splintholz überwiegend).
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Beschreibung
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Stammform
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Stammform: Geradschäftig und rund; Durchmesser meist 0,4 bis 0,7 m; Länge astfreier Stämme von 10 bis 18 m.
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Farbe und Struktur des Holzes
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Splint gelblich weiß bis blaß braun; Breite nach Baumalter und Art
stark variierend, meist um 5 bis 10 cm, bei Carolina Pine auch breiter.
Kernholz gelblich braun bis braun, matt glänzend. Poren nicht
vorhanden. Holzstrahlen sehr klein und nur als feine Spiegel erkennbar.
Harzkanäle auf Längsschnitten als braune bis schwarze Linien noch
wahrzunehmen. Jahrringe durch beidseitig scharf abgesetztes, braunes
Spätholz begrenzt. Frühholz gelblich weiß bis blaß braun, in
feinjährigen Qualitäten oft nur doppelt bis ebenso breit wie das
Spätholz. Gesamtbreite der Jahrringe hauptsächlich von Baumalter,
Standort und Art abhängig, von 1 bis 20 mm schwankend; in gutem
Kernholz soll die mittlere Jahrringbreite 4 mm nicht überschreiten
(vgl.: „Eigenschaften"). Auf den Längsflächen entstehen durch das
dunklere Spätholz betonte Fladern bzw. Streifen.
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Gesamtcharakter
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Schwere und meist harzreiche Kiefernhölzer, die strukturell sowie
farblich dem Oregon Pine (Douglasie) oder dem Lärchenholz ähneln
können.
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Abweichungen
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Durch starke Spätholz und Harzentwicklung dunkelbraune, bis 30% schwerere Hölzer.
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Handelsformen
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USA/Mittelamerika: Überwiegend besäumtes, kammergetrocknetes
Splint-Schnittholz (Yellow Pine Saps); gegen Bläue behandelt und
verladetrocken (Kiln Dried Saps); meist in Stärken von 26 bis 80 mm und
in Breiten von 100 bis 300 mm, unbesäumte Stammware (Carolina Pine)
auch bis 600 mm; Längen von 3 bis 6 m. Außerdem Pitch Pine (überwiegend
oder ausschließlich aus Kernholz) Profilbretter mit Schattennut und
Feder, meist 9,5 bis 12,5 mm stark mit 63 und 88 mm Deckbreite (DIN
68126); Hobeldielen mit Nut und Feder, meist 22,5 mm stark und 63 bis
139 mm Deckbreite (DIN 4072); Glattkant- und Akustikprofilbretter (DIN
68127); Parkettriemen (DIN 68125); Balken bis 13 m Länge und 40 cm
Stärke; Furnierflitches; Rundholz; Sperrholz; Deckfurniere.
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Daten
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Gewicht
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- Schnittholz (lufttrocken)
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ca. 710 kg/cm³
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- darrtrocken
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ca. 0,63 g/cm³
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- Profilbretter 12,5 mm (lufttrocken)
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ca. 7,8 kg/m²
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Druckfestigkeit (lufttrocken)
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ca. 56 N/mm²
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Biegefestigkeit (lufttrocken)
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ca. 104 N/mm²
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Eigenschaften
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Mittelschwere Hölzer, deren Eigenschaften weitgehend vom Gewicht,
Harzgehalt und der Jahrringbreite abhängen. Im allgemeinen sind alle
Arbeitsgänge, wie Sägen, Hobeln, Bohren, Fräsen und Verschrauben gut
durchführbar, besonders bei Splinthölzern, wie meist bei Carolina Pine.
Nur bei sehr harzreichen Qualitäten ist mit einem stärkeren
Verschmieren der Sägezähne, Schneiden und Schleifmittel sowie einer
erhöhten Spaltbarkeit zu rechnen. Bei weitringigem Holz kann das Fräsen
und das Bohren beeinträchtigt werden. Verleimungen sind, mit Ausnahme
besonders harziger Qualitäten, von guter Haltbarkeit. Die Trocknung
verläuft bei geradfaseriger Ware ohne Wertminderung; nur im Splintholz
sind öfter Haarrisse und in stark harzigen Partien auch Verformungen
sowie Risse möglich. Das Stehvermögen gleichmäßig strukturierter Hölzer
ist befriedigend. Die natürliche Pilzfestigkeit des Kernholzes ist gut,
die des Splintes nicht ausreichend für Außenverwendung.
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Oberflächenbehandlung
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Außen: Lasuren sowie farbige Deckanstriche auf Dispersions-,
Ölkunstharzoder Alkydharzbasis. Für stark harzige Hölzer wird ein
Entharzen mit Nitropräparaten empfohlen. - Bei Deckanstrichen ist eine
Holzfeuchte von höchstens 12% zulässig und eine gute Kantenrundung
erforderlich; die Gesamttrockenschicht soll Y,o mm betragen und durch
einen mehrfachen Anstrich erreicht werden.
Innen: Bevorzugt werden
farblose oder pigmentierte Lasuren; möglich sind auch Mattierungen
sowie Klar- und Farbwachse. Sofern ein besonderer Schutz gegen
Verschmutzung notwendig ist, können transparente oder dekkende Lacke
verwendet werden (eventuell auch nach Entharzen der Oberfläche).
Splinthölzer mit Verbindung zu feuchten Böden, Wänden oder Decken sind
vorbeugend mit einem Pilzschutz zu behandeln. - Die Splinthölzer sind
negativ oder positiv beizbar.
Bei starker Erwärmung kann durch
Harzaustritt die Oberflächenbehandlung geschädigt werden; bisher haben
sich sorgfältige Trocknung und eine möglichst lange Nachlagerung als
Vorbeugung bewährt.
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Verwendungsbereiche
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Pitch Pine und ähnlich schwere Kiefern-Arten werden wegen der guten
Festigkeitseigenschaften vorwiegend dort eingesetzt, wo andere
Kiefernhölzer, Lärche und Oregon Pine (Douglasie) nicht mehr
ausreichen. Hierbei sind wegen der grundsätzlich unterschiedlichen
Pilzfestigkeit von Splintund Kernholz diese beiden streng zu
unterscheiden. Ein für die Verwendung ebenfalls wichtiger Faktor kann
sich, wie bei allen Hölzern mit ausgeprägten Härteunterschieden
zwischen Frühund Spätholz, durch die Einschnittrichtung und Ringbreite
ergeben (Riftund Fladerschnitt).
Kernhölzer (Pitch Pine) sind
besonders geeignet für den Behälterbau und für Filterpressen in der
chemischen Industrie; für Decks, Ablaufbahnen und Dockpallen im
Schiffbau; Konstruktionsholz für Fenster und Fensterwände, Türen,
Treppen, Tore sowie stark benutzte Fußböden; Spurlatten im Bergbau und
Teile für den Maschinenbau. - Spljntware (Carolina Pine, Red Pine) ist
im Innenausbau wegen der meist astreinen Qualität für Konstruktionen,
wie Rahmen, Fußböden, Treppen und Möbel (massiv und furniert) oder in
flächiger Form als Profilbrett für Wand- und Deckenverkleidungen
geeignet. Bei stärkerer Beanspruchung sind Hölzer mit engringiger
Struktur vorzuziehen.
Austauschhölzer
Im Außen- wie auch Innenbau, bei ähnlichen Beanspruchungen, durch
schwere Qualitäten von Oregon Pine (Douglasie) und Lärche.
Anmerkungen
In den USA wird die Bezeichnung Pitch Pine für Pinus rigida und Red
Pine für das der hiesigen Kiefer ähnliche Holz von Pinus resinosa
verwendet. - Alle Southern Yellow Pines werden auch außerhalb der USA
angebaut und liefern meist ein dem Carolina Pine ähnliches Holz. - Bei
den aus Mittelamerika stammenden Lieferungen sind gelegentlich auch
Beimischungen des helleren und leichteren Holzes von Pinabete (Pinus
pseudostrobus) zu beobachten.
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